Es gehört zum Programm einer China-Rundreise, sofern diese über’ s Reisebüro gebucht wird, das ein Aufenthalt in Guilin eingeplant ist. 80 Millionen Besucher sollen pro Jahr diesen “Spot” besuchen. Das ist der führende Besucherrekord an Touristen – nicht nur in ganz China, sondern der Welt. Die Attraktion ist also mehr frequentiert als der Grand Canyon (U.S.A) oder der Ayers Rock (Australien). Würde ich nach persönlicher Überprüfung jeweils vor Ort, auch so unterschreiben. Chinesen sind immer viele, …und in der Überzahl.
Wir also auf unserer ersten Fahrt mit dem eigenen Auto allein durch China in Richtung Guilin. Vorab hat Markus die Route von 613km ab Shenzhen im Routenplaner ausgedruckt, so das ich diese mindestens 50x lesen konnte, auswendig lernen -und danach nochmal auf dem iPhone das ganze in deutsch (einige Male) durchgegangen bin. Die Schilder und Straßennamen sind in chinesischen Schriftzeichen - die Zahlen bzw. Autobahn-Nr. n waren lesbar als arabische Ziffern. Nun hieß es immer schön die Kilometer bzw. Meter-Angaben abstoppen und zur richtigen Zeit rechts oder links abbiegen. Das hat alles super geklappt, mit nur einem einzigen Mal auf der Hinfahrt kurz vor Ende ein 30-km-Umweg. 15km in die falsche Richtung und gegenüber dann wieder zurück zum Punkt, an den die verpasste Ausfahrt war.
Guilin ist ein schönes “kleines” chinesisches Städtchen mit einigen Parks und dem Fluß – Li River. Wir hatten vor, “die” Flussfahrt zu machen, um die faszinierende (Hügel-)Berglandschaft, für die Guilin berühmt ist, zu genießen. Dann noch ein Besuch der Reis-Terrassen. Mit dem Wetter hatten wir nicht so viel Glück. Unser Ankunftstag sollte lt. Wetterbericht noch der beste Tag sein. So hat Markus entschieden, gleich am nächsten Tag das Schiff zu nehmen, um die Cruise auf dem Wasser zu machen. Die Landschaft dort ist wirklich sehr schön, irgendwie mystisch. Wir waren so begeistert, uns hat das schlechte Wetter nicht weiter gestört und haben den wirklich schöneren Teil von China genossen. Die Fahrt dauerte 4 Std.. An der Endstation mussten wir uns alle an der Lady (unsere Reiseführerin) mit dem blauen Fähnchen orientieren. Sie führte uns zur Bus-Abfahrtsstelle, damit wir nach 45 minütiger Fahrt wieder zum Hotel zurück kamen.
Dort wollten wir dann einen Fahrt zu den Reis-Terrassen buchen. Davon hat man uns abgeraten, da ein Erdrutsch auf der Strecke zu einer Umleitung führte, so dass die Bus/Taxi-Fahrt anstelle von 2 Std. nun 3 Std. (einfach!) dauern sollte. Des weiteren gäbe es keinen Reis. Soll heißen, wir sind zur falschen Zeit zur Besichtigung da. Keine grünen Reis-Terrassen, keine Pflanzen, sondern momentan nur Dreck und alles in braun zu sehen. So haben wir statt dessen einen Besuch im 7 Star Park eingeplant. Im Park gab es hauptsächlich ältere Leute, die an jeder Ecke in verschiedenen Grüppchen zusammen spielten. Meist Karten. Außerdem an jeder Kurve ein Spot, an dem man sich gegen Gebühr mit irgendeinem Vogel (Pfau – kommt auf Bildern sehr gut raus –) fotografieren lassen konnte oder selbst Fotos machte. Im Park gab es wilde Affen. Die haben wir dann prompt alle angetroffen. D.h. die ganze Herde kreuzte unseren Weg, als wir zum Aufstieg in Richtung eines Mini-Tempels auf einem der sieben Hügel im Park unterwegs waren.
Wir entschieden dann eine Übernachtung zu sparen und einen Tag eher die lange Fahrt zurück nach Shenzhen anzutreten. So konnte Markus zuhause noch einen freien Tag genießen, zumal er die Woche vor unserer Losfahrt 7 Tage, also Montag bis Sonntag arbeiten musste. Der Samstag und Sonntag waren “Vorarbeit” für die folgende Woche, da am Mittwoch der Feiertag war (Tomb Sweeping Day, Totengedenktag – auf dem Friedhof oder in den Bergen eingebettete Gräber wurden Knallkörper angezündet. Es krachte tagsüber wie an Silvester). Durch die Vorarbeit konnte die Firma dann Montag und Dienstag schließen, Mittwoch war eh Feiertag. Markus hatte die beiden Urlaubstage Donnerstag und Freitag regelrecht verdient, die er von seinen 25 Tagen geopfert hat. Wir waren jetzt in Guilin gewesen, haben das berühmte 20 RMB Foto geschossen und alles ist gut.
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